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von Niki Vogt
Köln und NRW – die Heinzelmännchen fehlen schmerzhaft!
Ich fahre jede Woche zwei Tage nach Köln zu meiner alten Mutter, um alles für sie zu regeln und mit ihr ein bisschen zu reden, ihr Freude zu machen, etwas Selbstgemachtes, wie Marmeladen, Milchreis, neue Baumwollpullis oder ein gutes Buch mitzubringen. Das mache ich bald seit 10 Jahren. Früher konnte ich die Strecke zu meiner Mutter in etwa einer Stunde zurücklegen und das bei einer zivilen Geschwindigkeit.

Heute ist das anders. Man hat auf der Autobahn nur begrenzt die Möglichkeit, mal mehr als zehn Minuten einfach zügig durchzukommen. Überall sind Baustellen, besonders an neuralgischen Punkten und das jahrelang. Die Brücken sind in baufälligen Zustand, wie hier und hier. Auch die Bonner „Drachenbrücke“ muss saniert werden, man munkelt von Einsturzgefahr. Jedes mal Stau im Wiedtal, sowie kilometerlang vor und nach der jahrelangen Baustelle am Siegburger Kreuz und vor der Rodenkirchner Brücke. Aber auch, wenn man über Bonn fährt. Überall Stau und weil die Leute die Nerven verlieren kommen dann noch viele Unfälle obendrauf und man steht. Bis zu einer, anderthalb Stunden. Keine Radiostation, die nicht alle paar Minuten Staus und Unfälle meldet und zur Vorsicht aufruft.
Nun sehe ich in der Kölner Zeitung aktuell, dass die Rodenkirchner Brücke – vor wenigen Jahren in beide Fahrrichtung zweispurig ausgebaut – bald für mindestens sechs Monate gesperrt werden soll, um in jede Richtung drei- oder vierspurig ausgebaut zu werden. Na, Prost. Wenn das so flott geht, wie mit der Kölner Oper, die seit 2012 saniert wird und immer noch nicht fertig ist, sehe ich schwarz. Solange die Rodenkirchner Brücke saniert – oder gar quasi neu gebaut wird, werden sich alle Autofahrer auf den verbleibenden Brücken stauen und es wird noch länger dauern, über den Rhein zu kommen.

Und immer wird das begründet, dass man diese Sanierungsarbeiten machen muss, um dem höheren Verkehrsaufkommen Rechnung zu tragen. Dabei sind diese Baustellen teilweise sein Jahren da und eine reine Verkehrsbehinderung.
Da könnte man ja auf die Idee kommen, doch einfach mit dem Zug zum Kölner Hauptbahnhof zu fahren. Wäre ja eine Lösung …
Aber nein, sie haben den gesamtem Kölner Hauptbahnhof für 10 Tage vom 14. November bis zu 24. November gesperrt. Regional und Fernverkehr, nichts ging mehr. Und 2026 soll es irgendwann im März nochmal sein. Denn der Kölner HBF ist angeblich ebenfalls teilweise ein Chaos. Das Signalsystem musste repariert werden, aber es gibt trotzdem noch Störungen. Überall knirscht es im Getriebe, überall Zugausfälle.
Nun wird auch noch die marode Wiedtalbrücke gesperrt, die nächste Autobahnsperrung. Am Kölner Flughafen bilden sich 100 Meter Lange Warteschlangen, weil die Zahl der Reisenden wegen einer Baustelle nicht mehr elektronisch erfasst werden können.
Die Seite Opposition24 berichtet, dass das volle Ausmaß der maroden Brücken, Tunnel und Gleise von der Bundesregierung sogar geheimgehalten wird
Die Bundesregierung mauert weiter, wenn es um den desolaten Zustand der deutschen Bahn-Infrastruktur geht. Brücken, Tunnel, Gleise, Weichen – alles, was seit Jahren verfällt, bleibt auch weiterhin unter Verschluss. Die Grünen wollten wissen, wo genau die maroden Anlagen liegen. Die Antwort: „VS-Vertraulich“. Sicherheit gehe vor Transparenz, heißt es aus Berlin. Praktisch: Die Öffentlichkeit erfährt damit erneut nichts über den realen Zustand des Schienennetzes.
In der Drucksache 21/2869 teilt die Regierung mit, dass sämtliche Detailinformationen über kaputte oder gefährliche Anlagen als geheim eingestuft wurden. Wer genau wissen will, wo Brücken bröckeln oder Tunnel einsturzgefährdet sind, muss in die Geheimschutzstelle des Bundestages marschieren – ohne Kopierer, ohne Fotoapparat, ohne Öffentlichkeit.
Der Hinweis, man wolle die Sicherheit der Bundesrepublik schützen, wirkt wie ein Vorwand, um peinliche Zustandsberichte zu verstecken. Denn laut hib-Meldung 651/2025 sitzen zahlreiche Anlagen „in schlechtem, mangelhaften oder ungenügenden Zustand“. Doch statt den Bürgern reinen Wein einzuschenken, wird die Wahrheit in einem abgeschlossenen Raum weggeschlossen. Willkommen in der neuen Transparenzrepublik.
Doch alles hat auch seine guten Seiten. So schreibt Meinrad Müller auf Mmnews mit bitterbösem Humor:
Russenangriff aus technischen Gründen nicht möglich
„Der Russe kommt“, sagte man früher in der Zeit des Kalten Krieges. Heute wäre das schon rein technisch ausgeschlossen, denn die T-90 aus Moskau kämen gar nicht bis Berlin durch. Die Brücken würden samt Panzern in die Elbe sinken.
Kaputte Infrastruktur zur Landesverteidigung
Am 19.11.25 teilte die Regierung dem Fragesteller, den Grünen, Erstaunliches mit. Tausende Brücken sind marode. Und an den Brücken stehen Verkehrszeichen wie „Für Panzer verboten“ oder eine maximale Last von 5 Tonnen. Doch ein moderner russischer Kampfpanzer wiegt 46 Tonnen. Jeder Kommandeur weiß: Er darf die Besatzung nicht gefährden. Die Panzer wären schneller im Wasser, als im Einsatzgebiet.
Vermutlich sagt man es uns nicht. Die kaputten Brücken dienen insgeheim der Landesverteidigung. Die Bundestagsdrucksache 21/2869 vom 19. November 2025 zeigt die tatsächliche Dimension. Laut Bericht befinden sich über 10.000 Anlagen im Bahnnetz in „schlechtem“ oder „mangelhaftem“ Zustand. Allein die öffentlich einsehbare Anlage 15 listet 3.750 konkrete Schadstellen, davon 90 Prozent schlecht und 10 Prozent mangelhaft. Und das ist nur eine einzige von 21 Anlagen. Die Regierung sperrt die übrigen als VS-Vertraulich, offiziell wegen Sicherheit, in Wahrheit, weil das gesamte Ausmaß politisch untragbar wäre.

Weiterlesen in diesem Artikel hier: „https://www.mmnews.de/politik/242800-russenangriff-aus-technischen-gruenden-nicht-moeglich“
