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von Pandora
Genf / Berlin – Schockstarre in den Chefetagen der Öko-Zertifikate-Händler und tiefes Durchatmen bei Besitzern von Achtzylinder-SUVs: In einer überraschenden Kehrtwende hat der Weltklimarat (IPCC) seine drastischen Horrorszenarien von einer globalen Erwärmung um 3 bis 5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 offiziell zurückgezogen.
Eine Neubewertung des Extremszenarios des Weltklimarats gibt jetzt Anlass zum Zweifeln an der bisherigen Strategie.
Nach letzten, gründlichen Berechnungen – bei denen laut Insidern versehentlich eine Excel-Formel mit dem Faktor „Panik“ multipliziert worden war – korrigiert das Gremium das wahrscheinlichste Szenario nach unten: Auf kuschelige 1,1 Grad Celsius.
„Wir haben das fehlende Komma wiedergefunden“
In einer eilig einberufenen Pressekonferenz gab sich der sichtlich zerknirschte IPCC-Sprecher Dr. Felix Wolkenflug pragmatisch:
„Es handelte sich im Wesentlichen um einen Rechenfehler und ein bisschen zu viel Kaffee in den Nachtschichten. Ein Praktikant hatte den CO2-Ausstoß von Kreuzfahrtschiffen mit der Ausatmung von panischen Eichhörnchen verwechselt. Wenn man das bereinigt, wird es bis 2100 eigentlich ganz angenehm. Ein bisschen wie ein ewiger Spätsommer in der Toskana, nur eben in Bielefeld.“
Die Nachricht schlug auf den internationalen Märkten ein wie eine verirrte Windkraftanlage. Während die Aktie von Sonnencreme-Herstellern leicht nachgab, meldeten Hersteller von Winterreifen erste zaghafte Gewinne.
Die CO2-Steuer: Vom Retter der Welt zum Sozialfall?
Die brisanteste Frage der Stunde lautet nun jedoch: Was passiert mit der CO2-Steuer? Das finanzpolitische Lieblingskind der europäischen Regierungen steht plötzlich ohne Existenzberechtigung da.
In Berlin herrscht verhaltene Panik in den Ministerien. Wenn sich die Erde nur um 1,1 Grad erwärmt, sind das für Deutschland 0,015 Grad Celsius, und das Heizen mit fossilen Brennstoffen plötzlich kein synaptischer Kurzschluss der Menschheit mehr, sondern schlicht … Heizen.
Jetzt ist großes Schweigen angesagt. Wir ignorieren den Bericht des IPCC einfach, so ist es aus Regierungskreisen zu erfahren. „Wenn wir nun das Tempo rausnehmen, könnten wir versehentlich ein neues Wirtschaftswunder entfachen und das will doch niemand“, so ein Experte der Bundesnetzagentur.
Finanzexperten warnen bereits vor den psychologischen Folgen einer Abschaffung der CO2-Steuer:
- Der Fiskus im Entzug: Die Steuer hat sich als hervorragendes Beruhigungsmittel für Haushaltslöcher erwiesen. Eine Abschaffung könnte dazu führen, dass der Staat Straßenbauprojekte wieder aus echten Steuereinnahmen finanzieren müsste – ein politischer Albtraum.
- Die moralische Leere: Millionen Bürgern droht der Verlust ihres wöchentlichen Feindbildes beim Tanken. Ohne den schmerzhaften Blick auf die Zapfsäule fehlt vielen das wohlige Gefühl, im Alleingang den Eisbären gerettet zu haben.

Erste Reaktionen: Klingbeil schlägt „Klima-Soli“ vor
Während die Opposition bereits lautstark die sofortige Rückzahlung aller seit 2021 erhobenen CO2-Abgaben fordert, inklusive Zins und Zinseszins in Form von Freibier, arbeiten die Regierungsparteien bereits an kreativen Rettungsschirmen für die Steuer.
Aus dem Finanzministerium sickerte ein erster Entwurf durch. Die CO2-Steuer soll demnach nicht abgeschafft, sondern lediglich umbenannt werden. Heißester Anwärter ist der „Klima-Stabilitäts-Soli“.
Die Begründung: Wenn es nicht mehr wärmer wird, muss der Staat schließlich dafür bezahlen, dass das Wetter genau so bleibt, wie es ist. Das sei ein immenser logistischer Aufwand, der mindestens 45 Euro pro Tonne wert sei.
Aktivisten ratlos: „Wogegen kleben wir uns jetzt fest?“
Auch die außerparlamentarische Opposition steht vor Trümmern. Die Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ berufen internen Berichten zufolge gerade Krisensitzungen ein.
„Bei 1,1 Grad Erwärmung bis 2100 klebt der Asphalt im Sommer ja gar nicht mehr von selbst“, beschwert sich eine Aktivistin anonym. „Wir müssten den Kleber jetzt theoretisch selbst mitbringen. Außerdem ist ein Weltuntergang von knapp über einem Grad marketingtechnisch kaum zu vermitteln. Versuchen Sie mal, mit dem Slogan ‚Die Zukunft wird geringfügig milder!‘ die Straße zu blockieren. Das interessiert doch niemanden.“
Das IPCC versucht derweil, die Wogen zu glätten. Für das Jahr 2101 plane man bereits eine neue Studie. Man untersuche gerade, ob das Furzen von schottischen Hochlandrindern den Golfstrom umkehren könnte. „Wir bleiben dran“, versprach Dr. Wolkenflug. „Die Hoffnung auf die Apokalypse stirbt zuletzt.“
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