UN-Generalsekretär Guterres: Weltweiter „Wirbelsturm des Hungers“ kommt – Weizen wird zum Luxusgut

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von Niki Vogt

Schon am 14. März warnte der UN-Generalsekretär Antonio Guterres angesichts der Ukraine-Krise vor einem „Wirbelsturm des Hungers und einem Zusammenbruch des globalen Nahrungsmittelsystems“. Und wir wissen aus Erfahrung: Wenn Leute in diesen globalistischen Führungspositionen vor irgendwas warnen, dann kommt das auch immer ziemlich bald. Ob es nun Weitblick ist, oder eine als Warnung formulierte Ankündigung, es kommt jedenfalls:

Die Preise für Lebensmittel, Treibstoff und Düngemittel schießen in die Höhe. Die Versorgungsketten brechen. Und die Kosten und Verspätungen der Beförderung von Importgütern – wenn sie überhaupt verfügbar sind – sind auf Rekordniveau.

Am härtesten werden die Armen auf der Welt getroffen, warnte er weiter, was die Saat lege für Hungeraufstände und politische Instabilität auf der ganzen Welt. Dazu gehört aber nicht allzuviel, das vorauszusagen, wenn man nur einmal ein bisschen googelt.

Wir hier registrieren kopfschüttelnd, dass man immer mehr für Sprit an den Tankstellen bezahlt und nirgendwo in den Supermärkten noch Sonnenblumenöl bekommt oder Mehl. Jaja, das liegt an dem Ukraine-Krieg. Es hat sich herumgesprochen, dass die Sonnenblumen für das Öl fast zur Gänze aus Russland und der Ukraine kommt. Und dass auch das Rohöl für Benzin knapp wird, wie auch das Gas, das aus Russland über die Gaspipeline kommt. Und das Mehl?

Ja, auch der Weizen kommt aus Russland und der Ukraine. Upps.

Das Kartenhaus der weltweiten Lieferketten und Warenströme bricht zusammen

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Die Ukraine ist der weltweit größte Exporteur von Sonnenblumenöl, der viertgrößte Exporteur von Mais und der fünftgrößte Exporteur von Weizen. Zusammen produzieren Russland und die Ukraine mehr als die Hälfte des weltweiten Angebots an Sonnenblumenöl und fast 30 % des weltweiten Weizenangebots. Seit beginn der „Ukraine-Krise“ und den Verhängungen von Sanktionen gegen Russland sehen wir die Preise für Gas, Weizen, Mais, Düngemittel und Rohstoffe täglich weiter fast senkrecht nach oben schießen.

Das fing allerdings schon sehr viel früher an. Die Lieferketten waren schon schwer angeschlagen, bevor Russland in die Ukraine einmarschierte. Zu der Zeit waren es die langen Warteschlangen an den Grenzübergängen wegen der Corona-Tests und all die Hindernisse wegen Impfzertifikaten und Covid-Maßnahmen und Fahrermangel, die das Netz der weltweiten Lieferketten und Tankerrouten schon schwer angeschlagen hatten. Wer hinsah, dem war schon länger klar, dass die langen, eng getakteten und perfekt funktionierenden, globalen Versorgungsketten auch das weltweite Ernährungssystem sehr anfällig für regionale und globale Krisen machen.

Die wegen Covid herbeigeführte Unterbrechung der Transport- und Produktionsaktivitäten hat die Schwachstellen dieses ganzen Systems offengelegt. Man fragt sich, ob die verantwortlichen Politiker entweder einfach keine Ahnung haben, welches Unheil sie da anrühren – oder ob die Verschwörungstheoretiker Recht haben, dass das alles im Plan des „Great Reset“ vorgesehen ist. Dann obendrauf noch die Ukraine-Krise mit maximal schädlichen Sanktionen für alle Beteiligten … und jetzt stehen die Weizenpreise auf 984 Dollar-Cent pro Scheffel. Das sah die Welt zuletzt bei der großen Subprime-Finanzkrise 2008. Nun steht das globale Lebensmittelsystem aufgrund einer Kombination aus Versorgungsunterbrechungen, Sanktionen und der Beschränkung der Ausfuhr anorganischer Düngemittel durch Russland erneut vor potenziellen Turbulenzen, die zu einer Lebensmittelpreis-Inflation und Mangelsituation führen werden.

So meldet die Seite „agrar heute“:

Immer deutlicher ist der globale Getreidemarkt von großem Mangel gekennzeichnet. Importeure finden nicht genug Ware. Der Hunger auf der Welt nimmt dramatisch zu. Auslöser ist der kriegsbedingte Ausfall der Ukraine und Russlands als Exporteure.

Weizen ist aber nicht nur irgendein Nahrungsmittel, wie Lakritzbonbons, auf das man schulterzuckend verzichten kann. Es ist das wichtigste Grundnahrungsmittel der Welt. Jaja, denken Sie nun, lieber Leser. Das Brot. Das tägliche Brot ist es.

Solche Bauernhöfe findet man heute kaum noch. Sie könnten aber die Betriebe sein, die am ehesten überleben. Bild: pixabay

Weizen – das Grundnahrungsmittel für Mensch und Tier

Nunja, sicher. Aber auch Nudeln und andere Nahrungsmittel brauchen den Weizen. Und vor allem auch die Tiere in der Landwirtschaft. Wenn Futterweizen fehlt, werden die Rindfleisch-, Schweinefleisch- und Geflügelpreise abschießen. Und auch Eier wird man kaum noch bezahlen können, es wird nicht genug davon geben. Wenn der Futterweizen für die Hühner zu teuer wird, werden sie einfach getötet und irgendwie verwertet werden. Hochleistungslegehennen sind aber nicht wirklich als Geflügelfleisch verwertbar. Vielleicht können Sie ja auf dem Balkon ein oder zwei Hühner halten, um wenigstens Eier zu haben?

In Polen haben wir bereits davongalloppierende Preise für Eier und Geflügel. Der Verband der polnischen Geflügel- und Futtermittelproduzenten (KIPDiP) meldet:

Seit dem russischen Angriff hätten sich die Getreide- und damit die Futterpreise drastisch verteuert. Wesentlich verstärkt werde die Inflation zusätzlich durch den Wegfall der Ukraine als Eier- und Fleischlieferant für polnische Abnehmer und die anziehende Nachfrage in der heimischen Gastronomie. All dies ergebe eine „explosive Mischung“ auf dem Markt, der eine beispiellose Preisspirale in Gang gesetzt habe, so der Branchenverband.

In Russland geht die letzte Weizenernte und auch die kommende ersteinmal in die Silos. Wegen der Sanktionen des Westens kann die letzte Ernte nicht aus Russland in den Westen exportiert werden. China und Indien dagegen werden natürlich beliefert. Russlands Militäraktion verhindert aber auch, dass ukrainische Weizenlieferungen die Handelsroute über das Schwarze Meer nehmen können. Ob wir im Westen doch noch mit ukrainischen Weizen und Sonnenblumenöl über den Landweg versorgt werden können – das wird man sehen. Die Treibstoffkosten mit ihrem grünen CO2-Preisaufschlag werden uns die Augen reiben lassen, was ein Kilo Mehl kostet. Es wird interessant sein zu beobachten, ob unsere EU-Regierungen dann doch noch die Steuern und CO2-Aufschläge auf den Sprit senken müssen wird.

Endlose Sonnenblumenfelder in der Ukraine und Russland liefern das Öl, was wir sehr preiswert in unseren Supermärkten kaufen konnten. Nun sind die Regale leer. Bild: Pixabay

Die ganze Unwucht im System führt nun auch zu einem Anstieg der Ein- und Ausfuhrzölle, was natürlich wieder auf die Warenpreise draufgeschlagen wird. Das heizt die beginnende Inflation noch weiter an.

Der Ausfall der ukrainischen und russischen Weizenexporte wird in Europa sehr schmerzhaft zu spüren sein. Die Ukraine ist die Kornkammer Europas. Es ist ein sehr großes Land, nicht viel kleiner als Deutschland, aber weniger dicht besiedelt und sehr landwirtschaftlich orientiert. Die ukrainische Schwarzerde ist mit die fruchtbarste der Welt. Der Export dieser landwirtschaftlichen Produkte ernährt einen großen Teil der Menschen in Europa, Asien und AfrikaDie produktivsten landwirtschaftlichen Flächen der Ukraine befinden sich größtenteils genau da, wo die Donbaass-Republiken ihre Unabhängigkeit erklärt haben Charkiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja und Cherson. Verstehen Sie jetzt, lieber Leser, um was es geht?

Flächendeckende Ernteausfälle, Krieg und Düngermangel = Hungersnot

 

Demokratie in Gefahr (Softcover)Gerade der Weizen und die Sonnenblumen stammen aus diesen Gebieten, die mit ziemlicher Sicherheit noch eine ganze Weile umkämpft bleiben wird. Viele Bauern mit ihren Familien fliehen aus den Kampfgebieten. Verständlicherweise: Einmal ein Panzerbataillon quer über’s Feld oder Artilleriebeschuss, da bleibt nichts mehr übrig. Die erwachsenen Männer, die auf den Höfen arbeiten, werden einberufen und an die Front geschickt. Wenn also ein Großteil der ukrainischen Ernte ausfällt, wird von da auch nichts nach Westeuropa geliefert werden können. Je länger der Krieg in der Ostukraine wütet, umso sicherer wird auch im nächsten Jahr kaum Landwirtschaft betrieben werden. Dann sind auch die nationalen Vorräte, die noch da sind an Weizen und Saatgut aufgebraucht. Und auch die Getreidesilos in den Westeuropäischen Ländern leer.

Das ist noch nicht alles: Wie ich schon im November geschrieben habe, gehen nun Düngemittelfabriken im Westen kaputt, weil beim Herstellungsprozess CO2 entsteht, was dank grüner Politik extrem teuer ist. Die meisten Düngemittel, etwa fast 70 %, basieren auf Ammoniak. Dazu benötigt man Stickstoff (dem Hauptbestandteil unserer Luft, also keine Mangelware) und Gas (z.B. Methan, CH4). Ohne Düngemittel werden Feldfrüchte, wie Weizen, Mais, Reis und viele andere wesentlich geringere Ernten ergeben. Die Böden werden ausgelaugt, es kommen keine Nährstoffe nach und nach wenigen Jahren wächst dort gar nichts mehr.

Jetzt gibt es auch keinen Dünger mehr – drohen uns „Hunger Games“? – Das nächste Planspiel der Eliten: „Food chain reaction“

Die Krise weitet sich immer weiter aus: Anfang Oktober kündigte der deutsche Chemieriese BASF die Schließung der Ammoniakdüngerproduktion in Belgien und Deutschland auf unbestimmte Zeit an. Davon betroffen ist auch die Produktion des Dieselkraftstoffzusatzes AdBlue auf Ammoniakbasis.“

Weitere Schließungen sind bei Achema in Litauen und OCI in den Niederlanden im Gange. Yara International reduziert 40 % seiner Ammoniakdüngerproduktion in der EU. Fertiberia in Spanien schließt eine Anlage, ebenso wie OPZ in der Ukraine, ein großer Düngemittelhersteller. In Österreich hat die Borealis AG ihre Produktion eingestellt, und Deutschlands größter Ammoniakhersteller, SKW Piesteritz, hat seine Produktion um 20 % gekürzt.

China ist auch einer der größten Düngemittel-Exporteure. Die chinesische Regierung kündigte im September ein Exportverbot für Stickstoff- und Phosphatdünger bis Juni 2022 an. Angesichts der weltweit steigenden Preise für Erdgas und Kohle, die China importiert, kam es in dem Land zu erheblichen Stromausfällen, da die Elektrizitätswerke lieber schließen, als den Strom mit Verlust zu verkaufen. Eine Folge der komplexen Krise ist das Exportverbot für Düngemittel. China ist der größte Exporteur von Harnstoff-Stickstoffdünger, der fast ein Drittel des weltweiten Angebots ausmacht, und ist auch ein wichtiger Hersteller von Phosphat.

Schätzungen zufolge ist heute vielleicht die Hälfte der Weltbevölkerung von Stickstoffdüngern abhängig. Studien zufolge, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurden, waren im Jahr 2008 ganze 48 Prozent der Weltbevölkerung auf Stickstoffdünger angewiesen, um sich täglich zu ernähren. „Das bedeutet, dass Stickstoffdünger die Ernährung von 3,5 Milliarden Menschen gesichert hat, die sonst verhungert wären.“

Was passiert, wenn kaum Mehl mehr für Brot da ist und das Brot unbezahlbar wird? (Bild: pixabay)

Gibt es einen weltweiten Kampf um Weizen?

Weizen ist eines der wichtigsten Importprodukte der asiatischen Länder. Das „Center for Strategic and International Studies“ berichtet, dass im Jahr 2020 etwa 50 Prozent des im Libanon verbrauchten Weizens aus der Ukraine stammte. Der Weizen macht 35 Prozent der Kalorienzufuhr der Menschen dort aus.

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) importierten Jemen und Libyen 22 Prozent bzw. 43 Prozent des gesamten Weizenverbrauchs, während Malaysia, Indonesien und Bangladesch im Jahr 2020 28 Prozent, 28 Prozent bzw. 21 Prozent des gesamten Weizenverbrauchs aus der Ukraine einführten. Der anhaltende Ukraine-Russland-Konflikt führt zu erheblichen Störungen im Hafenbetrieb und im Straßenverkehr. Die Unterbrechung von Transport und Logistik beeinträchtigt nicht nur die Liquidität der ukrainischen Agrarerzeugnisse im Land, sondern verzögert auch die Ausfuhren aus der Ukraine zu wichtigen Handelspartnern.

Die Ukraine-Krise hat nicht nur die Weltmarktpreise für Weizen auf den höchsten Stand seit 13 Jahren getrieben. Im Nahen Osten, wo man auf die Einfuhr von Weizen für das dortige Grundnahrungsmittel Fladenbrot und Couscous angewiesen ist, befürchtet man Unruhen. Es gibt kaum noch Weizenmehl und die Backwarenindustrie im Nahen Osten ist praktisch zum Erliegen gekommen. Brot ist im Libanon und im Jemen plötzlich zu einem Luxusgut geworden. Die Menschen horten Brot, um die höheren Preise nicht zahlen zu müssen, während die Bäcker ihre Geschäfte schließen, da sie sich die höheren Mehlkosten nicht leisten können, schreibt Nandini Roy Choudhury von „Future Market Insights“. Laut einer Studie von“ Future Market Insights“ werden die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf Weizen und andere Getreide Millionen von Menschen im Nahen Osten in die Nahrungsmittel-Armut treiben:

Der Jemen, der bei seinen Lebensmittelimporten vollständig von Russland und der Ukraine abhängig ist, ist am stärksten von einem Anstieg der Kosten für Weizen, Brot und ähnliche Backwaren betroffen. Die unzureichende lokale Brotherstellung verschlimmert die Situation noch. Die Bäckereien im Jemen lieferten Lebensmittel zu niedrigen Preisen und milderten so die drohende Hungerkatastrophe. Die Russland-Ukraine-Krise ließ die internationalen Weizen- und Speiseölpreise in die Höhe schnellen und führte zu einer drastischen Währungsabwertung, sodass Brot und Backwaren für Millionen von Menschen unerschwinglich wurden.

Leere Supermarkt Regale werden vielleicht bald ein vertrauter Anblick. Bild:  Wikimedia commons, Daniel Case,  Bildlizenz: CC BY-SA 3.0

Nach „Event 201“, „Cyber Polygon“ und „Dark Winter“ jetzt „Food Chain Reaction“

Interessanterweise haben die Welteliten auch ein solches Szenario in einem Planspiel namens „Food Chain Reaction“ (Nahrungsmittel-Kettenreaktion) durchexerziert und zwar schon 2015.

Cargill ist ein Beratungsunternehmen und Platzhirsch in der Nahrungsmittelbranche. Und als solches nahm es natürlich teil an der Simulation der kommenden Hunger-Games, das die Welteliten virtuell spielten. Cargill berichtet sehr offen darüber, in führender Stellung dabei gewesen zu sein.

Zwei Tage lang, am 09. und 19 November 2015 lief das Planspiel. 65 Wissenschaftler, Spitzenpolitiker, Experten, Konzern-Topmanager und der Beratungstross von Gates, WEF und anderen erlesenen Institutionen versammelten sich in der Zentrale des World Wildlife Funds in Washington DC und spielten „Nahrungsmittelkrise Herbst 2020“. Man müsse einmal so real und kleinteilig wie möglich durchspielen, was dann passiert und wie man so als Weltenlenker damit umgehen würde. Was ist wichtig, wie muss man reagieren, was ist die Strategie, was will man erreichen.

Die Cargill Webseite schreibt:

The game took the players from the year 2020 to 2030. As it was projected, the decade brought two major food crises, with prices approaching 400 percent of the long term average; a raft of climate-related extreme weather events; governments toppling in Pakistan and Ukraine; and famine and refugee crises in Bangladesh, Myanmar, Chad and Sudan.

Along with WWF, the Center for American Progress and the Center for Naval Analyses, Cargill was one of Food Chain Reaction’s organizers. The company was represented in the game by Corporate Vice President Joe Stone.

“I can’t tell you the number of discussions where people came up to me from other parts of the world, saying ‘we appreciate Cargill’s role in sustainability,’ or ‘Cargill is so important in solutions for feeding the world.’ Sometimes, when you’re inside Cargill, you don’t appreciate that enough, but when you hear from other people how much they’re depending on us to help figure this out, it just increases our responsibility,” said Stone.

Übersetzung:
Das Planspiel führte die Mitspieler vom Jahr 2020 nach 2030. Wie erwartet, brachte das Jahrzehnt zwei große Nahrungsmittelkrisen mit Preisen, die sich 400 Prozent des langjährigen Durchschnitts näherten, eine Reihe von klimabedingten Extremwetterereignissen, den Sturz von Regierungen in Pakistan und der Ukraine sowie Hungersnöte und Flüchtlingskrisen in Bangladesch, Myanmar, Tschad und Sudan.

Zusammen mit dem WWF, dem Zentrum für Amerikanischen Fortschritt und dem Zentrum für Schifffahrtsanalysen, war Cargill einer der Organisatoren des „Food Chain Reaction“-(Planspiels). In dem Planspiel wurde das Unternehmen von Vizepräsidenten des Unternehmens, Joe Stone repräsentiert.

„Ich kann Ihnen gar nicht sagen, bei wie vielen Diskussionen die Leute aus anderen Teilen der Welt zu mir hinkamen und sagten, ‚Wir schätzen die Rolle von Cargill bei der Nachhaltigkeit‘ oder  ‚Cargill ist so wichtig bei Lösungen dafür, die Welt ernähren zu können.‘ Manchmal schätzt man das alles gar nicht hoch genug ein, wenn man innerhalb Cargill ist (arbeitet), aber wenn man das dann von anderen Leuten hört, wie sehr sie von uns abhängen, das alles zu begreifen, dass erhöht das unsere Verantwortung um so mehr“ sagte Stone.

Abgesehen davon, das Corporate Vice President Joe Stone ganz begeistert war von der Wichtigkeit seiner Rolle, gab es dann auch ganz wunderbare, besondere, „unbeabsichtigte Auswirkungen“ dieses Planspiels. So schreibt sie Seite:

Over two days, the players – divided into teams for Africa, Brazil, China, the EU, India, the U.S., international business and investors, and multilateral institutions – crafted their policy responses as delegations engaged in intensive negotiations.

Cooperation mostly won the day over the short term individual advantage. Teams pledged to build international information networks and early warning systems on hunger and crops together, invest jointly in smart agricultural technology and build up global food stocks as a buffer against climate shocks.

Übersetzung: Zwei Tage lang erarbeiteten die Mitspieler – aufgeteilt in Teams für Afrika, Brasilien, China, die EU, Indien, die USA, internationale Unternehmen und Investoren sowie multilaterale Institutionen – ihre politischen Antworten, während die Delegationen intensive Verhandlungen führten.

Die Zusammenarbeit siegte meist über den kurzfristigen individuellen Vorteil. Die Teams verpflichteten sich, gemeinsam internationale Informationsnetzwerke und Frühwarnsysteme über Hunger und Ernten aufzubauen, gemeinsam in intelligente Agrartechnologie zu investieren und globale Nahrungsmittelvorräte als Puffer gegen Klimaschocks anzulegen.

Und letztendlich, so resümierte Mr. Stone, dass die Lösung für alle Probleme eine globale CO2-Steuer sei:

The most eye-catching result, however, was a deal between the U.S., the EU, India and China, standing in for the top 20 greenhouse gas emitters, to institute a global carbon tax and cap CO2 emissions in 2030.

Übersetzung: Das auffälligste Ergebnis war jedoch eine Vereinbarung zwischen den USA, der EU, Indien und China, die für die 20 größten Treibhausgasemittenten stehen, eine globale Kohlenstoffsteuer einzuführen und die CO2-Emissionen im Jahr 2030 zu begrenzen.

Offenbar wundert ihn das aber auch selbst, dass das so eine tolle Lösung sein könnte, denn er zieht sein Fazit:

“We’ve learned that a carbon tax is a possibility in years ahead,” acknowledged Stone. “But before we can consider moving ahead with a measure like that, we must study it and understand it much better. We have to avoid sudden market distortions and unforeseen consequences.”

Übersetzung: „Wir haben gelernt, dass eine CO2 Steuer in einigen Jahren voraus eine Möglichkeit  ist“, sagte Stone, „Aber bevor wir uns dazu entschließen können, mit solchen Maßnahmen weiter voran zu gehen, müssen wir sie studieren und besser verstehen. Wir müssen vermeiden, dass es plötzliche Marktverwerfungen und unvorhersehbare Konsequenzen gibt.“

 

In der Tat sehen wir ja jetzt, dass gerade die CO2-Steuer das ganze System schon vor dem Ukraine-Krieg schwer beschädigt hat. Die CO2 Steuer auf Diesel für die LKWs und auf die Erdgaspreise, die die Düngemittelindustrie in die Knie zwangen, der AdBlue-Mangel, der die modernen, emissionsarmen Laster still legt, die gestrandeten Tankerflotten vor den Häfen, weil die LKWs die Ladungen nicht löschen und neue Fracht bringen konnten … all das läutete maßgeblich durch CO2 Steuern zusätzlich zur Covid-Maßnahmenkrise das Verhängnis ein – und es ist von den politischen Eliten verursacht. Der Ukraine-Krieg kann das schwankende Kartenhaus zum Einsturz bringen. Entweder die globalen Eliten haben amtlich versagt  – oder das Ganze war genau der Plan.

Ach, übrigens: Mr. Bill Gates hat für Milliarden Dollar Ackerland in den USA gekauft und ist jetzt der größte Farmlandbesitzer dort. Donnerwetter, woher konnte er nur wissen, dass Farmland jetzt unglaublich wertvoll und wichtig geworden ist?